Ein Baum braucht Zeit zum Wachsen & Interview José Chaparro

Ein Baum braucht Zeit zum Wachsen.

von Uwe Heitkamp, Editor des Magazins ECO123

Wir alle sollten konkret die Ökologie und Ökonomie miteinander in Einklang bringen. Frieden schließen. Waldbrände sind schrecklich, aber abgebrannte Wälder bieten, wenn der Schock und das Trauma nachlassen, auf den zweiten Blick auch eine riesige Chance. Die Neupflanzung von langsam wachsenden Mischwäldern ist eine zeitaufwendige Sache, aber sehr wichtig. Viele der Wälder, die der Hitze und den Waldbränden der vergangenen Jahre zum Opfer gefallen sind, hatten ihre Wurzeln in der Zeit, in dem der Wald der Wirtschaft immer nur als schneller Selbstbedienungsladen diente. Das beginnt sich gerade zu ändern, ob die Industrie das will oder nicht. Bei uns in Monchique werden die ersten Euklayptuswälder gerodet und durch Mischwald ersetzt. Die ersten Forstbesitzer merken, daß im Wald die Gesetze der Natur und nicht die der Markwirtschaft gelten. Denn wohin Gier und Ignoranz führen, erfahren wir gerade in vielen anderen südeuropäischen Ländern. Es brennt. Bis vor kurzem musste schnell viel Holz her, ob zum Bauen, zum Brennen oder zur Transformation von Holz zu Papier. Eukalyptus und Kiefern versprachen am schnellsten viel Ertrag, also wurden sie großflächig angepflanzt. Über die Mischung und Vielfalt von Arten im Wald, über einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, über Nachhaltigkeit und Resilienz machte sich in den letzten zwei Generationen kaum jemand Gedanken, geschweige denn über die Folgen der Erderhitzung.

Die Neupflanzung unserer Wälder, hin zu widerstandsfähigeren Sorten, hin zu Artenvielfalt, wird erst in Jahrzehnten sichtbar werden. Wer aber ein Interesse an einem robusten und nachhaltigem Wald hat, wer die Waldbrände stoppen will, kommt um diese Transformation nicht herum – weg von großflächigen Monokultur-Plantagen, hin zu nachhaltig gepflanzten Mischwäldern. Schon im Interesse derer, die den Wald mal erben und weiterpflegen wollen – und ja, im Widerspruch zu den Papierproduzenten, die den Wald nur als billigen Ressourcenlieferenten betrachten. Denn ein Wald kann auch einfach nur schön sein, oder?

Soll also der Wald komplett umgestaltet werden, um wieder zurück zur Natur zu finden? Ja. Denn weniger Grundwasser-verschlingende-Monokulturen bringen eine natürliche Balance in den Wasserhaushalt der Natur zurück. Priorität hat das Ziel, die Waldbrände zu minimieren. Dafür braucht es mehr Laubwald und mehr Diversität. Solche Forderungen werden derzeit immer lauter. Der Wald, der als Mischwald gepflanzt wird, ist vom Menschen geprägt. Mit den EU-Förderungen des neuen “Green Deal”  bietet sich derzeit die einmalige Chance, den Wald für die Zukunft resilienter zu machen – der in Südeuropa schon seit Jahrhunderten kein Urwald mehr ist.

Es spricht viel dafür, große Teile der portugiesischen (griechischen, italienischen, spanischen) Wälder der wirtschaftlichen Nutzung zu entziehen und unter Naturschutz zu stellen. Jeder Waldbesitzer sollte sich genau überlegen, womit er Eukalyptus-Monokulturen ersetzt: zum Beispiel durch die Produktion von sauberer Elektrizität, für die es große Nachfrage gibt und Hilfen. Warum nicht zehn Prozent einer abgebrannten Waldfläche mit Solarmodulen bestücken und Strom produzieren, ihn ins Netz einspeisen und verkaufen? Warum nicht zehn Prozent mit traditionellen Olivenhainen für qualitätiv hochwertiges Olivenöl reservieren, und mit anderen Baumarten mischen, die ebenso wenig Wasser brauchen, aber wertvolle Erträge liefern: Johannisbrot, Feige, Mandel, Lorbeere oder Kastanie. Wald kann aber auch einfach nur erfreuen, Schatten spenden und als vielfältiger Lebensraum dienen. Und so kommen wir zurück zur Korkeiche und zum Medronheiro. Letztlich wird es immer um die Koexistenz von Mensch, Tier und Wald gehen, um eine nachhaltige, behutsame Nutzung der Natur und nicht um Dominanz. Denn das Ökosystem Wald ist ein gigantisches Naturkapital unseres Landes, es ist ein treuer und lebensnotwendiger Partner und echtes Kapital – und doch so bedroht.

Genau deshalb fragt ECO123 die Kandidaten der Kommunalwahlen, wie sie Waldbrände stoppen, zumindest aber alles Erdenkliche tun werden, um sie zu vermeiden, zu minimieren, eine auf Monokulturen aus gerichtete lokale Wirtschaft zu transformieren, zu diversifizieren. Was haben diese Kandidaten im Kopf? Es geht darum, den Lebensraum der Menschheit zu retten. Ein Waldbrand vernichtet Lebensraum und ist der größte Klimafeind unseres blauen Planeten und seiner Atmosphäre. Ein Quadratkilometer verbrannten Waldes emittiert nach Analysen der FAO der UNO 20.000 Tonnen CO2, soviel wie 4.000 Einwohner Portugals in einem ganzen Lebensjahr  (fünf Tonnen pro Kopf und Jahr). In 2018 verbrannten in Monchique 280 km2 Wald, verantwortlich für 5,6 Mio. Tonnen CO2. Und der Wald brennt nicht nur Im Süden Portugals. ECO123 stellt allen ernstzunehmenden Kandidaten die Schlüsselfrage, wie ihr politisches Konzept zur Vermeidung von Waldbränden aussieht. Der erste Kandidat heißt José Chaparro. Er ist 54 Jahre alt und kanditdiert als Unabhängiger für die PP/CDS. In der nächsten Woche stellen wir Bruno Estremores von der PSD vor. Danach jede Woche einen anderen Kandidaten einer anderen Partei.

 

Verfolgen Sie jeden Samstag den aktuellen Podcast zu diesem Thema. Denn gemeinsam haben wir die Chance, die Welt in der wir leben, zu verbessern, noch haben wir diese Chance. Und falls Sie konkrete Anregungen haben, wie wir Waldbrände stoppen können und welches der erste Schritt dazu sein kann, schreiben Sie uns Ihre Email mit Ihren Vorschlägen. Wir veröffentlichen sie vor den Kommunalwahlen am 26. September an dieser Stelle und diskutieren Lösungen. Bleiben Sie nicht Teil des Problems, werden Sie Teil der Lösung.

 

Interview mit José Chaparro

José Chaparro, 54, ist unabhängiger Kandidat für den Job des Bürgermeisters von Monchique für die CDS-PP. Das Gespräch mit dem Ingenieur und Stadtrat für Bauwesen fand in den Ruinen des ehemaligen Restaurants Rouxinol statt, das durch die Waldbrände von 2018 zerstört wurde.

ECO123: Was motiviert Sie, für den Bürgermeisterposten in Monchique zu kandidieren?

José Chaparro: Meine Motivation, Bürgermeister zu werden, war in erster Linie der Bevölkerung von Monchique geschuldet. Bevor ich mich entschloss zu kandidieren, wurde ich von verschiedenen politischen Gruppen, auch von Personen ohne Parteibuch angesprochen Sie forderten mich auf, diese Entscheidung zu treffen. Ich stamme aus Monchique und habe sowohl berufliche als auch kommunale Erfahrung: Ich war ständiger unabhängiger Stadtrat der PSD in Monchique und habe auch vier Jahre in Lissabon im Rathaus gearbeitet.

Was wollen Sie auf der Grundlage dieser vierjährigen politischen Erfahrung und unter Berücksichtigung Ihres Programms gestalterisch bewirken, vorausgsetzt Sie werden gewählt?

Im Moment arbeitet mein gesamtes Team an diesem Programm. Wir werden für Monchique und die Gemeinderäte von Alferce und Marmelete kandidieren, und ein Programm braucht Zeit und Ideen, um richtig gemacht zu werden. Ich kann Ihnen jedoch die allgemeinen Leitlinien des Programms schon jetzt skizzieren. Im Bereich der Raumplanung geht es um die Überarbeitung des kommunalen Gesamtplans (PDM), die Forstwirtschaft und die Stadtplanung, die städtebauliche Neuordnung, insbesondere in der Rua Serpa Pinto, der Eingangsstraße unserer Gemeinde…

Welche Änderungen schlagen Sie im Rahmen des PDM vor? Haben Sie irgendwelche Vorschläge für den Wald, eine der wichtigsten Ressourcen der Wirtschaft von Monchique?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich Ihnen nicht im Detail sagen, wie der PDM aussehen wird – obwohl ich bereits an der Vorbereitung einiger Beratungen teilgenommen habe. Monchique ist ein sehr großes forstwirtschaftliches Gebiet, aber auch eine Gemeinde. Wenn das PDM-Team (bestehend aus einem multidisziplinären Team von Technikern aus verschiedenen Bereichen, von Architekten bis zu Ingenieuren, Biologen und Landwirten) die Dinge in die richtigen Bahnen lenkt, werden wir endlich den gewünschten PDM haben. Wir müssen auch hinzufügen, dass der PDM nach den Rechtsvorschriften vor mehr als zwölf Jahren hätte gemacht werden müssen. Die Entscheidung zur Überarbeitung der Richtlinien hat sich in die Länge gezogen. Dies hat dazu geführt, dass in Monchique keine Arbeitsplätze geschaffen wurden – ein Gewerbepark hätte schon längst entstehen sollen… Bestimmte Industrien durften sich im Wald ausbreiten, und heute haben wir Narben im Wald. Alles muss von diesem multidisziplinären Team sehr sorgfältig analysiert werden.

In diesem Gebiet der Monokulture lauert eine große Gefahr: die Waldbrände. In der Tat war dies einer der Orte, an denen in den letzten Jahren viele Wälder und Häuser durch Brände zerstört wurden… Welche Maßnahmen gedenken Sie zu ergreifen, um dieses Problem zu lösen?

Es handelt sich um ein sehr tiefgreifendes Thema, das nicht nur die Menschen in Monchique, sondern auch Portugal und, kurz gesagt, die ganze Welt bewegen sollte, da es den gesamten Planeten betrifft. In meinem Team gibt es Spezialisten für diesen Bereich und ich kann sagen, dass die Maßnahmen eine Verstärkung des Katastrophenschutzes beinhalten werden…

… die Feuerwehr…

Nicht nur. Sie sind ein Schlüsselelement, weil sie ihr einsatzgebiet besser kennt als jeder andere. Außerdem haben wir ein Zivilschutzbüro im Rathaus, das verbessert werden muss, damit es bei Bränden schneller und effektiver reagieren kann. Gerade in der Anfangsphase eines Feuers können größere Katastrophen vermieden, wenn man es gelöscht bekommt. Wir wissen, was 2018 und 2021 passiert ist. Wenn man das Problem nicht von Anfang an in Angriff nimmt, kommt man an einen Punkt, an dem man die Kontrolle über die Situation verliert.

Was ist Ihr zweites großes Wahlziel?

Dieser Punkt ist nicht weniger wichtig als der erste. Lassen Sie uns über Geburtenraten und Demografie sprechen. Wie können wir junge Menschen in Monchique halten und Arbeitsplätze schaffen?

Wie wollen Sie dies erreichen?

Eine der Maßnahmen besteht darin, den Gewerbepark voranzutreiben – ein Projekt, das schon vor zehn Jahren hätte in Angriff genommen werden sollen. Diese Entscheidung wird es Unternehmen ermöglichen, sowohl innerhalb des Landkreises als auch außerhalb zu bleiben, da diejenigen, die ihren Hauptsitz außerhalb von Monchique haben, wahrscheinlich einige steuerliche Anreize haben werden, um zu bleiben.

Eine weitere Maßnahme betrifft die soziale Unterstützung: die Förderung des Unternehmertums, die Unterstützung von Einrichtungen im soyialen Bereich, Unterstützungsmechanismen für ältere Menschen, die Unterstützung der von den Bränden Betroffenen und die Verbesserung des Unterstützungsbüros für den Katastrophenschutz.

Und wie steht es um die Sozialversicherung in Monchique… das Krankenhaus…?

Das Krankenhaus ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesundheitseinrichtungen in Monchique. Es macht mich traurig – und ich weiß von Situationen, in denen Menschen, die keinen Hausarzt mehr in unserem Gesundheitszentrum haben, gezwungen sind, zu privaten Einrichtungen zu gehen, die manchmal Preise verlangen, die für die Menschen – vor allem für ältere Menschen – sehr schwer zu bezahlen sind.

Zunächst müssen wir das Gesundheitszentrum verbessern. Es muss gestrichen, saniert und mit mehr Ärzten ausgestattet werden…

… zunächst müssen wir uns um die Infrastruktur kümmern, und dann müssen wir die personellen Ressourcen bereitstellen, um den Ansprüchen der Versicherten gerecht zu werden. Und das bedeutet, dass wir mehr Ärzte, mehr Krankenschwestern und das gesamte erforderliche Personal haben werden, das in der Lage ist, sich um die Einwohner zu kümmern. Wir sind um etwa 500 Personen geschrumpft, und viele sind verarmt. Die Bevölkerung braucht Unterstützung, und so wird es in unserem Programm geschrieben sein.

Ich möchte noch einmal auf das Thema der lokalen Ressourcen zurückkommen. Was sind für Sie die wichtigsten Ressourcen?

Wie in der Privatwirtschaft, in einer Familie oder in einer Gemeinde ist das wertvollste Gut, das wir haben können, das Humankapital, und das bedeutet, dass wir den Arbeitnehmern Bedingungen bieten müssen, die Motivation und Zufriedenheit in den Teams schaffen.

Und was denken Sie über das Gleichgewicht zwischen den Elementen Erde und Wasser? Jedes Jahr steht uns immer weniger Wasser und Land zur Verfügung, das von Monokulturen eingenommen wird. Welche Lösungen?

Wenn wir uns auf Monchique beschränken, und insbesondere auf das Relief und die Wasserlinien, die wir haben, ist es möglich, Deiche und Dämme zu errichten, um das Wasser, das über unseren Berge niedergeht, festyuhalten. Monchique hat ein Mikroklima: die Meereswinde steigen den Berg hinauf, treffen auf den Berg und es regnet. Wir müssen dieses Wasser festhalten, damit es in unseren Untergrund gelangt – dort liegt das Gleichgewicht. Wir haben diese orographischen Bedingungen, wir müssen Infrastrukturen bauen, um Wasser verfügbar zu halten.

Als ich nach Monchique kam, war dieser Landstrich die grüne Lunge der gesamten Algarve und des Baixo Alentejo. Es war ein sehr vielfältiger Wald mit nur 25 bis 30 Prozent Eukalyptus-Monokulturen. Jetzt, mehr als 30 Jahre später, sind es fast 80 Prozent Eukalyptus- und Akazienmonokulturen und nur sehr wenige Kastanien- oder KorkeichenwälderBeunruhigt Sie das nicht?

Das ist sehr beunruhigend. Schon als Kind ging ich mit meinen Eltern und Großeltern in den Wald, um dort zu spielen. Ich bin der gleichen Meinung. Vor dreißig, vierzig Jahren hatte unser Wald noch eine ganz andere Artenvielfalt. Es gab ein Gleichgewicht, das durch die Brände gestört wurde. Und das brachte invasive, schädliche Arten mit sich. Und heute gibt es Situationen – wie z. B. in Caldas de Monchique -, in denen vorausgesagt wird, dass wir in zehn Jahren ein Dickicht von Akazien haben werden, das nur schwer zu beseitigen sein wird. Diese Situationen sind wie auf einem Pulverfass sitzen…

Möchten Sie eine Bilanz über Ihre vier Jahre als Ratsmitglied ziehen? Warum wurden Sie eiegrntlich von Rui André „gefeuert“?

Ich sehe, Sie sind gut informiert. Vor drei Stunden, als die Bürgerversammlung endete, wurde ich mit dieser Situation konfrontiert. Das war lächerlich, denn eine Amtszeit ist Teil des demokratischen Prozesses – und des Gesetzes -, dass der Bürgermeister, wenn er eine Bürgerversammlung einberuft, alle Ratsmitglieder rechtzeitig informieren muss. Und Rui André hat das nicht getan. Als sich die Sitzung dem Ende zuneigte, unterschrieb er ein Edital, von dem die Ratsmitglieder nichts wussten und entließ mich.

Nach drei Amtszeiten in Monchique ist Rui André nun der Kandidat der PSD für die Stadt Portimão. Vielleicht haben wir in sechs Wochen ja einen neuen Bürgermeister namens José Chaparro. Welche Ideen möchten Sie für diese neue Berufung hervorheben?

Unser Programm umfasst auch die Sanierung der Schulen in Monchique, Manuel Nascimento, Marmelete und Casais. Wir wollen auch die Situation der Lehrer der Schulen verbessern und ausbauen, denn das Beste, was wir haben können, ist Humankapital.

Wie steht es um die Gesundheit der Kinder, die diese Schulen besuchen? Die Dächer sind alle noch aus Asbest und es regnet rein. Berücksichtigen Sie das?

Asbestzement enthält in seiner Zusammensetzung Asbest, ein stark krebserregendes Produkt. Dies ist allgemein bekannt. In diesen vier Jahren habe ich im Rahmen meiner Aufgaben und meines Verantwortungsbereichs die Initiative ergriffen, die Asbestzementdächer von dem Gebäude mit den größten Flächen – den städtischen Lagerhallen – zu entfernen. Die Stadtverwaltung hätte jedoch schon vor Jahren die Initiative ergreifen müssen, um sie aus den anderen Gebäuden zu entfernen, wie es die Gesetzgebung vorsieht. Die Schulen Manuel Nascimento und Marmelete zum Beispiel sind vollständig mit Asbestzement verkleidet.  

Aber sollten Kinder, junge Menschen, nicht an erster Stelle stehen? Sie sind unsere Zukunft. Warum nicht bei den Schulen anfangen? Wenn die Einwohner von Monchique für José Chaparro stimmen, wird das Rathaus als Schulbehörde in den nächsten vier Jahren den Asbest abschaffen?

Es wird Teil unseres Programms sein, ja. Was die Manuel-Nascimento-Schule betrifft, so war ich für ihre Renovierung und Erweiterung verantwortlich. Es wurde sogar ein Auftrag zur Entfernung von Asbestzement ausschließlich in Block C erteilt. Seltsamerweise war die Ausschreibung nicht erfolgreich – oder es scheint ein rechtliches Problem zu geben. Ich habe einen Bürgermeister namens Rui André und eine Stellvertreterin namens Arminda Andréz, die für das Geld zuständig ist. Und ich kann nichts tun, wenn dieser Bereich nicht freigegeben wird. Das Gleiche gilt für die Marmelete-Schule. Sie ist baufällig, es könnte die Gesundheit und Sicherheit der Kinder gefährden – die Türen und Fenster sind marode, Kälte und Regen dringen in das Gebäude ein, die Armierung der Pfeiler liegt frei, das Dach ist asbesthaltig – und in den 12 Amtsjahren von Rui André wurde einfach nicht genug unternommen.

Welchen Platz nimmt dieses Thema in Ihrem Programm ein, in der Reihenfolge seiner Bedeutung?

Das wird mit Sicherheit an erster Stelle stehen. Alles, was der Erhaltung der Gesundheit und Unversehrtheit der Menschen dient, muß Vorrang haben.

Möchten Sie noch einige Aspekte hervorheben?

Ja. Was die Infrastrukturen betrifft, so müssen wir den São Sebastião-Parkplatz rasch wieder in Betrieb nehmen. Er wird ganz oben auf unserem Programm stehen.

... um jeden Tag Geld zu verdienen …

Das ist zu bejahen. Der Rat braucht Einnahmen. Im San-Sebastian-Park dürfen keine 30 illegalen Autos parken. Im Moment ist das Parkhaus versiegelt und es passiert nichts.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Sägewerk, eines der symbolträchtigsten Werke unseres Programms.

Sie sprechen vom Casa do Povo de Monchique und der Kultur im Landkreis?

Ganz genau. Das Casa do Povo soll saniert werden und an die Bevölkerung zurückgegeben. Aber wir wollen auch das ehemalige Sägewerk, die Serração – das Gebäude, in dem sich der alte Holzplatz und die Maschinenfabrik befanden – in einen Mehrzweckpark verwandeln, in dem kulturelle Veranstaltungen, Sportveranstaltungen, Messen usw. stattfinden können.

Und schließlich möchte ich noch erwähnen, dass wir in Marmelete das Schwimmbad fertigstellen wollen, das eigentlich schon fertig sein sollte, den Bau der Sozialwohnungen fortsetzen, die gesamte Umgebung verbessern (Landschaftsgestaltung) und einen Wohnmobilstellplatz einrichten.

In der Gemeinde Alferce geht es um die Burg, die weiterhin archäologisch erforscht werden soll. Wir reden hier über ein Projekt, das 15 oder 20 Jahre läuft. Andererseits wollen wir in Monchique verschiedene Gehwege einrichten. Die Promenade am Barranco do Demo in Alferce wird eines der Wahrzeichen dieses Projekts sein.

Wird es den Bürgern von Monchique in Zukunft möglich sein, kulturelle Veranstaltungen in der eigenen Gemeinde zu besuchen?

Das ist unsere Absicht. Unser Ziel ist es auch, die Bevölkerung von Monchique innerhalb von zehn Jahren um 30 bis 60 Prozent zu erhöhen. Ich bin mir des Wertes dieses Gebietes bewusst – es ist ein ungeschliffener Diamant. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass, sobald die Attraktionen geschaffen sind, Menschen aus Portimão oder von anderswo nach Monchique ziehen wollen.

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